Wichtige Ereignisse und besondere Einsätze nach dem Krieg

1954: Am 15. Oktober übernahm unsere Wehr das erste kreiseigene Tanklöschfahrzeug. Großbrand der Schlossbrauerei in Jettingen

1959: Im Jahre 1959 beschloss der Stadtrat, das Rathaus zu erweitern und zugleich
neue Unterstellmöglichkeiten für die Freiwillige Feuerwehr zu schaffen.

1960: Im November 1960 konnte das neue Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr
übergeben werden.

1961: Im Jahre 1961 stellte das Bundesministerium des Innern in Bonn der Freiwilligen
Feuerwehr einen neuen Schlauchwagen und 8500 Meter Schläuche für Überlandhilfe
zur Verfügung.

1963: Feierte unsere Wehr das 100-jährige Jubiläum. Bei der Volksschule wurde eine große
Schauübung gezeigt, bei der aus mehreren Strahlrohren farbig gespritzt worden ist.
Der Festabend mit Festansprachen und Ehrungen fand in der Turnhalle statt. Nach dem Festgottesdienst am Sonntag bewegte sich der Festzug zum Tellerbräu, wo ein Gartenfest abgehalten wurde. Der Schirmherr des Jubiläumsfestes war der ehemalige Regierungspräsident Herr Dr. Johannes Mang, ein geborener Burgauer.

1964: Ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16 wurde unserer Wehr vom Landkreis
Günzburg übergeben. Die erste Löschgruppe legte mit Erfolg die Prüfung zum Leistungsabzeichen ab.

1965: Die Stadt Burgau übergibt der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Löschfahrzeug vom
Typ LF 16 (Wert: 70.000 DM). Ebenso wurde in diesem Jahr ein Ölschadenanhänger des Landkreises in Burgau stationiert.

1966: Das Jahr 1966 war geprägt von einer schweren Ölkatastrophe. Eine halbe Million Sachschaden verursachte der größte Ölschaden in der Geschichte unserer Einsatzarbeit. Nach einem Defekt an der Pumpstation Dürrlauingen flossen über 30.000 Liter Rohöl in die Kanalisation und in die Kläranlage der Gemeinde. Alle verfügbaren Feuerwehren der umliegenden Gemeinden waren mehrere Tage im Einsatz.

1967: In diesem Jahr führte unsere Wehr beim Burgauer Krankenhausneubau eine Großübung durch. Zusammen mit dem BRK sowie zahlreichen Feuerwehren wurde diese Schauübung abgehalten. Verletzte wurden über einen Seilzug aus dem ersten Stock abgeseilt. Alle Fahrzeuge und Gerätschaften wurden dabei eingesetzt. Viele Zuschauer verfolgten mit Interesse die Arbeiten und Demonstrationen unserer Wehr.

1968: Ein Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in der Tellerstraße, sowie der Brand eines Munitionslastzuges der US-Army waren die markanten Einsätze dieses Jahres.


Brand eines Munitionslastzuges 1968

1969: Das Jahr 1969 begann wiederum mit einem gefährlichen Löscheinsatz. Ein LKW, beladen mit Gasflaschen, war in Brand geraten. Durch Mut und schnellen Einsatz konnte Schlimmeres verhindert werden.

1970: Gründung der ersten Feuerwehr-Jugendgruppe unter der Leitung von Karl Haugg und seinem Stellvertreter Alfred Hins.

1971: Nach 19-jähriger Pause wurde im Lammsaal wieder ein Feuerwehrball abgehalten. Unter der Regie von Karl Haugg, Karl Ortner und Armin Eggstein wurde der Lammsaal in einen Ballsaal verwandelt. Seit diesem Jahr ist der Feuerwehrball wieder zu einem festen Bestandteil im Terminkalender geworden. In diesem Jahr brannte auch ein mit hochprozentigem Branntwein beladener LKW auf der BAB und musste gelöscht werden. Die Schnapsflaschen entpuppten sich dabei als kleine Bomben. Der Großbrand des Brauereigasthofes Gleich in Oberknöringen war der schwerste Einsatz in diesem Jahr.

1972: Wieder einmal mussten unsere Männer zu einem Einsatz auf die Autobahn. Eine Selbstfahrlafette der US-Army, beladen mit einer Rakete, hatte Feuer gefangen und sollte gelöscht werden. Der Fahrer hatte noch versucht, sein Fahrzeug in den Autobahnsee zu lenken, blieb jedoch im weichen Boden stecken. Mit großem Mut und der bekannten Schnelligkeit der Burgauer Wehr konnte das Feuer wirkungsvoll bekämpft werden.

1973: konnten wir unsere Schlagkraft bei Unfällen enorm verstärken. Die Stadt erwarb einen Gerätewagen mit Ausrüstung speziell für Verkehrsunfälle im Wert von 62.000 DM. Dieses Fahrzeug wurde dann auch mit der ersten hydraulischen Rettungsschere ausgerüstet. Außerdem erhielt unsere Wehr im November erstmals so genannte Piepser für stille Funkalarmierung. 3 verschiedene Funkschleifen mit unterschiedlicher Mannschaftsstärke wurden eingerichtet. Der schwerste Einsatz des Jahres war der Brand einer E-Lok bei Freihalden. Mit großen Mengen Leichtschaum wurde dieser Brand bekämpft. Die Bahnlinie Augsburg-Ulm war für mehrere Stunden blockiert.


Brand einer E-Lok bei Freihalden.

1975: Auch am Heiligen Abend muss der Feuerwehrmann stets bereit sein, seinem Nächsten zu helfen. Die Zimmerei und das Sägewerk Buhl in Unterknöringen brannte und rief die Kameraden am Heiligen Abend zum Einsatz.

1976: kam man auf die Idee, ein Schlossfest durchzuführen, um die Vereinskasse ein bisschen aufzufüllen. Bei herrlichem Sommerwetter wurde das Fest zu einem großartigen Erfolg. Das Schlossfest wurde schließlich zu einer festen Einrichtung im Vereinsjahr.

1977: Ein Großbrand der Firma Zöschinger verursachte eine halbe Million Mark Sachschaden. Die Lackierstraße wurde ein Raub der Flammen. Dieses Jahr war auch das Jahr der Heustockbrände. Die Heuernte wurde auf Grund des guten Wetters früh eingebracht, was zur Folge hatte, dass zahlreiche Heustöcke überhitzt waren und abgetragen bzw. gekühlt werden mussten. Gleichzeitig gab es in diesem Jahr einen Führungswechsel. Bei der Generalversammlung im Januar wurde Johann Maier als Nachfolger von Armin Eggstein zum 1. Kommandanten gewählt. Karl Haugg wurde sein Stellvertreter.

1978: Im Gerätehaus konnte ein Raum für Atemschutzpflege gewonnen werden. Ebenso wurde das Florianstüberl im Gerätehaus eingerichtet.

1979: Vom Landkreis erhielt unsere Wehr einen Kompressor zum befüllen der Atemschutzflaschen. Atemschutzwart wurde Peter Leitenmaier. Bei der Generalversammlung im Januar wurde der Feuerwehrverein wieder ins Leben gerufen. Der Jahresbeitrag von 5 DM wurde einstimmig beschlossen. Auf Initiative von Johann Maier wurde das Herbstfest ins Leben gerufen. Es wird seither alljährlich in der Maschinenhalle von Anton Anhofer abgehalten. Karl Hins und Rudolf Weh stifteten in diesem Jahr für die Jugendgruppe einen Feuerwehrwimpel.

1980: Im Spätherbst musste unsere Wehr mithelfen die kleine Heidi in einem Waldstück bei Grundremmingen zu suchen. Das kleine Mädchen war mit dem Vater in den Wald gegangen, ist weggelaufen und hat nicht mehr zurückgefunden. Nach über zwei Stunden Suche, es war bereits sehr dunkel, konnte das Mädchen verängstigt hinter einem Baum gefunden werden.

1981: Dieses Jahr stand ganz im Zeichen des Kreisfeuerwehrtages, der am 11. und 12. September in Burgau stattfand. Der Samstag begann auf dem Burgauer Sportplatz mit einem großen Jugendleistungswettbewerb der Landkreis-Feuerwehrjugend. Beim Festplatz am Gsundbrunnenbad fand eine große Fahrzeugausstellung statt. Unser Kamerad Sebastian Buchfellner war für diese Ausstellung verantwortlich. Eine großartige Schau alter Spritzen und Geräte bis zum modernsten Löschfahrzeug unserer Zeit. Der große Festzug mit weit über 1000 Teilnehmern ging am Sonntagnachmittag durch die Burgauer Straßen. Alle Männer unserer Wehr waren mit Organisation, Auf- und Abbau des Festzeltes engagiert bei den Festtagen.
Für den Feuerwehrverein wurden in diesem Jahr neue Anstecknadeln in Gold und Silber beschafft. Unser Freund und Gönner Max Seybold hat die Anstecknadel entworfen und zu Papier gebracht.
Markantester Einsatz des Jahres war ein Ölschaden in der Bleichstraße, wobei mehrere hunderte Liter Benzin in die Kanalisation geflossen waren. Mit schwerem Atemschutz mussten unsere Männer durch die Kanalrohre schlüpfen und Ölbindemittel streuen. 1981 konnte erstmals eine Gruppe Aktiver das Leistungsabzeichen der höchsten Stufe, nämlich Gold-rot ablegen. Karl Haugg, Sebastian Buchfellner und Karl Hins waren die ersten Träger dieses Leistungsabzeichens.

1982: gab es wieder Neuwahlen bei unserer Wehr. Johann Tippel wurde zum neuen Nachfolger von Johann Maier als 1. Kommandant, Karl Haugg wiederum als Stellvertreter gewählt. 67 Einsätze mussten in diesem Jahr bewältigt werden.

1983: Im April wurde die Inspektion durch KBR Honold abgenommen. Die Einsatzübung fand beim BayWa-Lagerhaus statt und wurde hervorragend durchgeführt. Erstmals wurde gemeinsam mit den Feuerwehren des ganzen Landkreises der Florianstag in Günzburg gefeiert. 2 Großbrände von landwirtschaftlichen Anwesen in Landensberg waren die schwersten Einsätze des Jahres.

1984: Großbrand des Bauernhofes Bayer in Oberknöringen. Trotz schnellsten Einsatzes aller gerufenen Wehren konnte ein Teil der Tiere (Schweine) nicht mehr gerettet werden. Auch zu einer Hundebergung aus einem Baggersee wurde unsere Wehr gerufen. Bei der Generalversammlung wurden die neuen Feuerwehrdienst- bzw. Vereinssatzungen beschlossen.

1985: Der Januar begann mit einem schweren Ölschaden. Zwei Tankzüge waren kollidiert und über 12.000 Liter Benzin und Heizöl waren ausgelaufen und mussten abgebunden werden. Aus einem PKW im kalten Wasser eines Baggersees musste ein Toter geborgen werden.

1986: Ein Großbrand in Offingen vernichtete ein Lagerhaus, bei dem eine Giftgaswolke entstand. Drei Tote auf der BAB verursachte ein Geisterfahrer. Vom Bund erhielt die Burgauer Wehr einen Rüstwagen RW 1 mit Ausrüstung zur Technischen Hilfeleistung. Außerdem übernahm unser Verein die Patenschaft für den kleinen Florian Schäfer. Die Taufe des ersten Sohnes von unserem aktiven Mitglied Erhard Schäfer fand am Florianstag in der Stadtpfarrkirche in Burgau statt. Vom Landkreis erhielt die Wehr in diesem Jahr einen Gasspürkoffer mit Ex-Meter und Sauerstoffmessgerät im Wert von 5000 DM.

1987: Das Jahr 1987 stand bereits im Zeichen des Gerätehaus-Neubaus. Im März wurde zusammen mit den Vertretern der Stadt, der Firma K-Bau, (Bauleitung-Ing.Büro) sowie zahlreichen Gästen der erste Spatenstich durchgeführt. Auch die ersten Vorarbeiten für die 125-Jahrfeier mussten geleistet werden. Die Anschaffung eines Fotoapparates und eines Personalcomputers für das neue Gerätehaus wurde beschlossen. Der Kauf wird aus der Vereinskasse finanziert. Karl Haugg und Max Seybold rekonstruierten nach alten Vorlagen und Stoffmustern die Feuerwehrfahne aus der Gründerzeit. Der Verwaltungsrat beschloss einstimmig, die Fahne nach der alten Form restaurieren zu lassen. Am 31. Juli konnte im neuen Gerätehaus "Hebauf" gefeiert werden. 1987 wurde unserer Wehr zu 109 Einsätzen gerufen.

1988: Das Jahr der Gründung der Feuerwehr vor 125 Jahren und der Gerätehausneubau. Für die Festvorbereitungen wurden aus dem Verwaltungsrat zwei Festausschüsse gebildet. Im Januar standen bei der Generalversammlung erst noch Neuwahlen auf dem Programm. Kommandant Johann Tippel wurde als erster Kommandant wieder bestätigt. Für seine beispiellose Arbeit im Dienst am Nächsten und elf Jahre als zweiter Kommandant wurde Karl Haugg geehrt und erhielt den Feuerwehr-Vereinskrug. Zahlreiche Einsätze mussten bereits in den ersten Monaten geleistet werden. Das Jahr 1988 wird sicherlich das arbeitsreichste Jahr in der Geschichte unserer Wehr werden.

 

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